100 Jahre Demeter

100 Jahre Demeter

Der Demeter Verband feiert in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen. Man spricht auch vom Impuls von Koberwitz als Rudolf Steiner Pfingsten 1924 vor etwa 100 Bäuerinnen und Bauern über Landwirtschaft referierte. Dieser „Landwirtschaftliche Kurs“ ist noch heute die Ausgangsbasis für die Praktiken der biologisch-dynamischen Anbauweise.

Die Augustin-Höfe sind seit 2001 Demeter zertifiziert und waren damit unter den ersten, die biodynamischen Obstbau betrieben haben. Demeter Anbau hat seine Eigenheiten und die eingesetzten Demeter-Präparate werfen bei so manchem Fragen auf. Das Befüllen und Eingraben von Kuhhörnern löst häufig Kopfschütteln aus. Auch Dierk Augustin berichtet von einem Prozess, durch den er anfangs als Demeter-Landwirt gegangen ist. Vor allem die besondere Bedeutung der Kuh gab Rätsel auf, aber heute erklärt er überzeugt:
„Mit sesshaft werden der Menschen war es nötig, die eigenen Lebensmittel wachsen zu lassen. Und zwar jedes Jahr wiederkehrend. Nur ein Wechsel der Fruchtfolge wäre nicht ausreichend gewesen, um Bodenmüdigkeit zu vermeiden. Der entscheidende Faktor für den Erhalt der Fruchtbarkeit war der Rindermist.
Warum? Bei der Kuh als Wiederkäuer gibt es vier Mägen, dabei entsteht eine besondere Mikrobiologie. Die Mikrobiologie im Verdauungstrakt der Kuh ist den Zersetzungsprozessen im Boden (Humifizierung) sehr ähnlich. Die Humifizierung ist abhängig von einer gut funktionierenden Mikrobiologie im Boden. Weil der Fladen einer Kuh eben diese fast identische Mikrobiologie aufweist, kann dadurch die Mikrobiologie eines geschwächten Bodens einen Impuls zum Wiederaufbau bekommen.“

Deswegen kommt der Kuh und damit dem Hornmist-Präparat in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft eine besondere Rolle zu: Mit dem Fladen einer Kuh werden die Hörner gefüllt.
Eingegraben über den Winter erfährt der Fladen im Horn eine Umwandlung zu einer anderen Substanz. Es ist ein gut riechendes Präparat mit Millionen von Mikroorganismen entstanden.

Im Frühjahr bei ausreichend Bodenwärme und Vegetationsbeginn wird dieses Präparat ausgebracht. Um es Spritzen zu können wird es bei lauwarmem Wasser (34-36°C) eine Stunde im Rührfass (s. Foto) dynamisiert. Es wird abgesiebt und kommt in die Präparate-Spritze. Auf der Erde ausgebracht wird der Umsetzungsprozess im Boden angeregt, ein Impuls für die Mikrobiologie gesetzt. Dadurch kann übrigens eine große Menge an Dünger gespart werden.

Das andere Feldspritz-Präparat ist der Hornkiesel. Es handelt sich um ein Gesteinsmehl aus Bergkristall, das Sonnenlicht speichern kann. Dieses Präparat wird im Juni zur Unterstützung der Bildung neuer Blütenknospen für das nächste Jahr gespritzt. Es ist quasi eine Lichtinduktion, sodass selbst bei bewölktem Wetter die Bildung neuer Blütenknospen angeregt wird. Ausgebracht im August können zudem Farbe und Geschmack positiv beeinflusst werden.

Außerdem gibt es noch die Kompostpräparate aus den Pflanzen Löwenzahn, Kamille, Schafgarbe, Eichenrinde, Brennnessel. Diese werden bei uns im Betrieb gesammelt und getrocknet. Im Herbst werden sie in tierischen Hüllen im Boden eingegraben und im Frühjahr wieder rausgenommen.

Diese Präparate werden nach einem festgelegten System dem Kompost beigegeben, um harmonische Umsetzungsprozesse zu gewährleisten. Auch Baldrian wird gesammelt und verleiht dem Kompost als verarbeitetes Präparat eine schützende Hülle.

Beim Sammeln der Pflanzen und Ausbringen der Präparate richten wir uns weitestgehend nach kosmischen Rhythmen mithilfe des Maria Thun-Kalenders.

Noch einiges gäbe es über diese sonderbare Form der Landwirtschaft zu berichten… Vielleicht in einem nächsten Newsletter!

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