Unternehmensführung

Unternehmensführung

Der Markt für biologisch erzeugte Lebensmittel hat in den vergangenen Jahren besonderes Wachstum und Interesse erfahren. Viele Menschen denken um, was ihre Lebensmittel und Gesundheit anbelangt. Schon vor 30 Jahren wurde auch bei Augustin umgedacht und zwar im landwirtschaftlichen Kontext:  Es sollte mit der Natur und nicht gegen die Natur gearbeitet werden. Mit dem Umdenken in der landwirtschaftlichen Praxis haben sich auch neue Ansprüche an wirtschaftliches Handeln entwickelt. Denn zurzeit ist wirtschaftliches Handeln ausschließlich am maximalen Gewinn orientiert, ohne nachhaltig das Wohlergehen des Menschen und den Erhalt der Ressourcen zu berücksichtigen.

Das Team des Familienunternehmens hat Vier Säulen etabliert, die in unserem spezifischen Kontext die Grundlage schaffen sollen, eine neue Form von Wirtschaft umzusetzen:

Selbstverständlich ist für uns, dass jegliches Obst, das wir handeln, zu 100% aus ökologischer Erzeugung stammt.  Auf einen wahren ökologischen Produktionsprozess legen wir genauso viel Wert wie auf ein ökologisches, geschmacklich überzeugendes Produkt. Wir haben uns dem Demeter-Verband angeschlossen, weil dieser Anbauverband die höchsten ökologischen Standards vorgibt.

Viele Böden weltweit sind ausgelaugt und übernutzt. Wir müssen uns um die Regeneration unserer Böden kümmern. Wir unterstützen deswegen den Ansatz der Regenerativen Landwirtschaft, um langfristig einen Obstanbau zu ermöglichen, der zu echter Pflanzen- und Bodengesundung führt. Wir können den Prozess, dass die Natur sich regeneriert, unterstützen, sodass auch nachfolgende Generationen fruchtbare Böden haben.

Darüber hinaus wenden wir die True Cost Accounting Methode an. Diese setzt neue Bewertungsmaßstäbe für die Erfolgsrechnung von Unternehmen an und macht die wahren gesellschaftlichen Kosten der Lebensmittelproduktion deutlich. Supermarktpreise zeigen keine versteckten Folgekosten durch nicht nachhaltige Praktiken auf. Aber eben diese Kosten sollte der Verursacher kennen und tragen und nicht der Steuerzahler.

Wie die Natur sich regenerieren kann, so kann es auch der Mensch. Darauf fußt unser Energiekonzept, das den Menschen und seine Bedürfnisse ganzheitlich betrachtet. Auch wir als Gesellschaft müssen uns wieder regenerieren, denn trotz Wohlstand erkranken wir sowohl physisch als auch psychisch immer häufiger.

 

Dafür muss sich das Menschenbild in der Wirtschaft ändern:

Weltweit können wir an Universitäten gehen und Wirtschaft studieren. Gleich, wo wir studiert haben, die erlernten Rechenmodelle gelten überall. Vermutlich jedes Unternehmen erkennt diese an und arbeitet danach.

Ich erinnere mich an die Deckungsbeitragsrechnung im Studium – das Ergebnis galt nur dann als richtig, wenn der jeweils höchste Deckungsbeitrag ausgewählt wurde. Grundsätzlich ist Gewinn die Maxime in der aktuellen Betriebswirtschaftslehre.

Ein Beispiel ist die Theorie des Homo oeconomicus. Sie beschreibt den rationalen Menschen, der egoistisch nach seiner eigenen Nutzenmaximierung strebt. Diese Theorie ist die Grundlage vieler wirtschaftswissenschaftlicher Modelle.

Aber sind diese und andere Annahmen allen Menschen dienlich? Gewinn zu erwirtschaften ist richtig und wichtig, aber es ist relevant, wieder menschenorientiert zu arbeiten. Wir leben auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen, unendliches Wirtschaftswachstum und materielle Nutzenmaximierung sind nicht möglich. Vor allem nicht, wenn alle Menschen gleichermaßen Zugang zu Wohlstand haben sollen.

Nutzenmaximierung wird langfristig nicht standhalten können. Der Mensch wird mittlerweile in fast jedem gesellschaftlichen Bereich (Bildung, Gesundheit, Arbeit) quantitativen statt qualitativen Maßstäben unterworfen. Diese wirtschaftlichen Marktprinzipien können aber nicht auf den Menschen angewendet werden.

Diese Erkenntnisse führten uns zu einer tiefen, verantwortungsvollen Haltung in der Unternehmensführung.

„Ich komme sehr gerne auf den Hof zum Arbeiten. Wir haben ein super Team und auch die Unternehmensführung ist toll.“

Karolina Troscinska · Mitarbeiterin Verpackung