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Im Februar mussten wir uns von einer unserer liebsten und ältesten Kultur trennen – einer alten Birnenallee, bestehend aus 500 Bäumen.

Wir dachten immer, die Bäume würden uns überleben. Schließlich können Birnenbäume ohne Weiteres 100 Jahre alt werden. Nun liegen dort nur noch Stubben (norddeutsch: das Wurzelwerk mit einem kleinen Teil des Stamms).

 

 

 

 

 

 

 

 

Dierk war 4 Jahre alt, als er seinen Opa Gustav beim Pflanzen begleitet hat. Das war im November 1960. Wegen der Kälte, und weil so ein kleiner Enkel die Arbeit behindern könnte, wollte Opa ihn gar nicht mitnehmen. Oma Emma erwiderte jedoch: „Gussav, nu nehm em doch mit“!

Bis 1990 war es kein Problem, die Bäume mit konventionellen Mitteln frei von Schorf und anderen Schädlingen zu halten. Dann kam die Umstellung auf „Bio“, und die Birnen mussten sich den natürlichen Gegebenheiten und den Bio-Spritzmitteln anpassen. Sie mussten lernen, eigene Immunkräfte zu bilden und bekamen dadurch mit der Zeit eine immer rauere Schale, z. T. mit erheblichen Berostungen. Dem Schorf wurden wir nie so ganz Herr, und alle befallenen Birnen wurden in Zinkwannen in lauwarmem Wasser mit weicher Bürste von leichten Schorfflecken und Ausscheidungen des Birnenblattsaugers befreit. Eine Arbeit, die bei den jetzigen Gegebenheiten undenkbar wäre.

Hinzu kam noch das Problem, dass Pflücker immer weniger in der Lage sind, Obst von der Leiter zu ernten. Auch den Winter- und Sommerschnitt kann man nicht nur von der Erde aus erledigen. Wir „Alten“ sind praktisch auf der Leiter groß geworden und wissen, wie man sie anstellt, damit man sicher arbeiten kann. Je jünger die Menschen, desto mehr Angst haben sie, auf der Leiter zu arbeiten. Durch zu steiles oder zu flaches Anstellen erhöht sich die Unfallgefahr.

Den wesentlichen Ausschlag für die Rodung war jedoch ein zunehmend aggressiver Schorfpilz, von dem die Bürgermeister-Birnen (Charneux) befallen waren. Aus Angst, dass dieser auf die Äpfel übergreift, haben wir uns für die Rodung entschlossen. Nachfolger auf diesem hervorragenden Boden wird die anspruchsvolle Sorte „Natyra“ sein.

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