Frostschutz

Vegetationsentwicklung und Frostschutz

„Der diesjährige Februar geht in die Geschichte ein. Er ist der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Rekordverdächtig waren auch die Niederschlagsmengen in einigen Regionen des Landes.“ – Wetter Online im Rückblick Februar 2024

„Die Knospen unserer Obstgehölze brechen auf. Im Vergleich zum letzten Jahr ist dies ca. 12 Tage früher.“ – Meldet ÖON Versuchs- und Beratungsring e.V. im Beratungsfax am 05.03.2024

„Nach einem Rekordfebruar hat der März im gleichen Stil weitergemacht. Auch dieser Monat war der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1881 und löst damit den bisherigen Spitzenreiter aus 2017 ab.“ - Wetter Online im Rückblick März 2024

„Die Vegetation entwickelt sich weiter. Xenia blüht in diesen Tagen auf, die Äpfel befinden sich im Stadium Grüne Knospe bis Rote Knospe. Damit sind wir ca. 16 Tage weiter in der Vegetationsentwicklung als im Jahr 2023.“ – Meldet ÖON Versuchs- und Beratungsring e.V. im Beratungsfax am 02.04.2024

Auch im Altlönder Tageblatt wird vom „Blüten-Turbo“ gesprochen, denn seit einigen Jahren beginnt jedes Obstbaujahr gefühlt eher. Aktuell ist die Vegetation ihrer Zeit weit voraus. Genauso sind die die milden Winter ein Zeichen von Klimaveränderungen. Trotz der steigenden Temperaturen sind Nachtfröste bis Mitte Mai normal. In Kombination mit der fortgeschrittenen Vegetation ist das jedoch fatal. Je weiter es auf die Blüte zugeht, desto frostempfindlicher wird sie. Eine Knospe, die sich gerade geöffnet hat, kann Temperaturen bis -7°C aushalten. Geöffnete Blüten dagegen erfrieren schon um den Gefrierpunkt. In diesem Jahr erreichen die Äpfel Mitte April die Vollblüte, d.h. die Blüte ist voll geöffnet. Im langjährigen Mittel blühen sie jedoch erst Anfang Mai.

Zum Schutz der Blüten vor Frostschäden machen sich die Obstbauern ein physikalisches Prinzip zu Nutze: Wenn Wasser gefriert, wird Erstarrungswärme frei. Wenn in Frostnächten also permanent ein feiner Sprühregen fällt und gefriert, bildet sich ein Eispanzer um die Blüte, in dem dann eine Temperatur knapp über 0 °C herrscht. Das Resultat sind geschützte Blüten.

Pro Stunde und Hektar werden so etwa 38.000 Liter ausgebracht. Das Wasser dafür stammt aus der Elbe, das wir über Gräben in unsere Wasserrückhaltebecken pumpen. Von da aus wird es mit Regnern in den Höfen ausgebracht. Ein richtiger Standortvorteil im Alten Land im Gegensatz zu anderen europäischen Anbaugebieten, wo Wasser nicht in solchen Mengen verfügbar ist.

In den letzten Jahren kam es vermehrt vor, dass unsere Obstbauern schon im März viele intensive Frostnächte durchmachen mussten, weil die Blüte bereits so weit fortgeschritten war. Das ist eigentlich ungewöhnlich und hat es hier so noch nicht gegeben.

Doch nicht nur die Blüten sind gefährdet, sondern auch die jungen Früchte, die sich nach der Blüte in der Zellteilungsphase befinden. Werden die Zellen in diesem Stadium durch Frost geschädigt, entstehen Frostnarben oder Frostnasen. Die Zellen wachsen nicht mehr richtig und der Apfel ist deformiert oder hat einen vernarbten Streifen auf der Schale.

Eindrücke einer langen Beregnungsnacht mit der Eisbildung auf den Bäumen und Blüten sind auf den Bildern zu sehen. Kaum einer kann dem Anblick widerstehen, wenn die vereisten Bäume morgens im Licht der aufgehenden Sonne glitzern. Viele Autofahrer auf den Landstraßen halten an, um das Spektakel fotografisch festzuhalten.

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