Heißwassertauchen

Heißwassertauchen

Es ist Ende Oktober und die meisten Apfelsorten sind nun vollständig abgeerntet. Alle Äpfel, die wir nicht schon im Herbst verkaufen, werden eingelagert. Viele Sorten lassen sich ganz problemlos lagern, andere wiederum neigen dazu Fäulnis zu entwickeln. Meist befinden sich die unsichtbaren Pilzsporen schon bei der Einlagerung auf der Frucht Aber erst in den Lägern, in denen eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, haben die Pilzsporen optimale Bedingungen, um eine Fäulnis hervorzurufen. So können in manchen Partien bis zu 30 % der Äpfel nach der Lagerung von Fäulnis betroffen sein.

 

Eine wirksame Methode gegen Lagerfäulen ist das Heißwassertauchen, bei der die Äpfel für kurze Zeit in heißes Wasser getaucht werden.

Was da physiologisch passiert, weiß man auch noch nicht, aber man glaubt, dass die Äpfel durch die kurze Hitzeeinwirkung Abwehrstoffe bilden, die es den Pilzen erschwert zu infizieren. Bei Augustin werden knapp ein Viertel der Äpfel vor der Einlagerung getaucht. Das sind vor allem Sorten, die besonders anfällig für Lagerfäulen sind, wie zum Beispiel Elstar, Pinova oder Wellant. Je nach Sorte werden sie für 20-30 Sekunden in 56-58 °C heißes Wasser getaucht. In diesem engen Bereich hat man einerseits einen hohen Wirkungsgrad, andererseits aber nicht die Gefahr von Hitzeschäden. Das Resultat ist etwa 80 % weniger Fäulnis nach der Lagerung!

Schon vor hundert Jahren fanden Wissenschaftler heraus, dass kurzes Tauchen der Äpfel in heißes Wasser eine Fäulnis verhindern kann. Dieser Ansatz wurde aber nicht weiter nachverfolgt, als man ab den 1950er Jahren Pflanzenschutzmittel zur Verfügung hatte, die den Pilzbefall massiv reduzierten. Die Entstehung von Resistenzen und die immer größer werdende Bedeutung des Öko-Anbaus, in dem die entsprechenden Wirkstoffe nicht eingesetzt werden, führten dann dazu, dass seit der Jahrtausendwende wieder an alternativen Maßnahmen geforscht wird und das offensichtlich sehr erfolgreich.

Erntefazit

In diesen Tagen fahren die letzten Erntezüge aus den Höfen der Augustin-Obstbauern und markieren damit das Ende der Ernte. Bei meist schönstem Erntewetter konnte eine durchschnittliche Menge Äpfel eingefahren werden, deren äußere Qualität diese Saison nicht ganz so gut ist, wie gewohnt. Der nasse Sommer hat es dem Schorfpilz leicht gemacht zu infizieren und so haben viele Äpfel kleine schwarze Punkte auf der Schale. Diese können aber bedenkenlos mitgegessen werden.

Auf den Bildern seht ihr Dirk Feldmann, der gerade dabei ist Pinova zu ernten.

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