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Von Hummeln und Bienen

Von Hummeln und Bienen

Fährt man in diesen Tagen durch das Alte Land umgibt einem eine fast schon berauschende Blütenpracht. Zuerst blühten die Kirschen und Pflaumen auf, ihnen folgten die Birnen und ganz zum Schluss öffneten die Äpfel ihre Blüten. Die Äpfel befinden sich nun in der Vollblüte und verströmen einen herrlich süßen Duft über das gesamte Gebiet.

In der Blütezeit sind die Hummeln und Bienen die wichtigsten Helfer der Obstbauern. Ihre Arbeit ist essentiell, denn sie sorgen dafür, dass aus einer Blüte ein Apfel wird. Apfelbäume sind selbststeril und brauchen den Pollen einer fremden Sorte, um eine Frucht auszubilden.

 

Hummeln und Bienen ergänzen sich bei der Bestäubung. Hummeln fliegen bereits bei niedrigen Temperaturen, wohingegen sich Bienen erst ab 12 °C aus ihren Stöcken trauen. Daher werden in Birnen- und Steinobstanlagen gerne Hummeln eingesetzt, denn die Luft kann zu deren Blüte noch recht kühl sein. Der Vorteil von Bienen ist ihr großer Flugradius: Bis zu 3 km bewegen sie sich von ihrem Volk weg und können so eine Vielzahl Pollen unterschiedlicher Sorten sammeln. Hummeln haben hingegen nur einen sehr kleinen Flugradius.

Da nur die wenigsten Obstbauern selber imkern, stellen Imker aus der Gegend ihre Stöcke in den Obstanlagen auf. Man rechnet mit etwa einem Volk pro Hektar, um eine ausreichende Bestäubung zu erzielen. Eine Vollernte kann man übrigens schon dann erreicht werden, wenn bei 5-10 % der Blüten bei einer Vollblüte eine erfolgreiche Befruchtung stattgefunden hat.

Auch nach der Blüte stellen wir sicher, dass die Insekten ein vielfältiges Nahrungsangebot sowie Überwinterungsmöglichkeiten vorfinden. Denn sobald die Obstbäume abgeblüht sind sähe es ohne unsere Blühstreifen, blühenden Gehölzen und Nistmöglichkeiten ziemlich mau aus für pollensuchende Insekten.

 

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Frostnächte

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Vor ein paar Tagen hat das Umweltministerium veröffentlicht, dass der Winter 2020 der zweitmildeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war. Das macht sich hier vor allem darin bemerkbar, dass die Vegetation ihrer Zeit weit voraus ist. Anfang März öffneten sich die Knospen der Pfirsich- und Aprikosenbäume im Alten Land und die Apfelbäume schieben Ende März die Blätter und Blüten aus den Knospen.

Gleichzeitig erleben wir gerade einen Kälteeinbruch. In Großteilen Europas sind die Nächte derzeit eiskalt. In manchen Gebieten zeigt das Thermometer am Boden sogar zweistellige Minustemperaturen an. Für diese Jahreszeit ist das normal, in Kombination mit der fortgeschrittenen Vegetation ist das jedoch fatal. Je weiter es auf die Blüte zugeht, desto frostempfindlicher wird sie. Eine Knospe, die sich gerade geöffnet hat, kann Temperaturen bis –7 °C aushalten, geöffnete Blüten erfrieren schon um den Gefrierpunkt. Voraussichtlich erreichen die Äpfel zu Ostern die Vollblüte, im langjährigen Mittel blühen sie jedoch erst Anfang Mai.

Fröste bis Mitte Mai und während der Blüte der Obstbäume sind in unserem Gebiet nicht ungewöhnlich und wir können uns mit der Frostschutzberegnung gut dagegen wappnen. Dieses Jahr ist insofern ungewöhnlich, als wir bisher noch nie im März beregnen mussten. Bis vor ein paar Jahren hatten wir vor oder während der Blüte nur wenige Nächte, in denen es so kalt war, dass wir die Beregnung angestellt haben. Seit Mitte März wurde in fünf Nächten beregnet und die Wettervorhersage verspricht für nächste Woche weitere Frostnächte.

Eine Knospe, die sich gerade geöffnet hat, kann Temperaturen bis –7 °C aushalten, geöffnete Blüten erfrieren schon um den Gefrierpunkt.

Auch wenn manche Mitarbeiter aufgrund der aktuellen Lage nach Hause gefahren sind, läuft die Arbeit weiter und jeder packt mit an. Da werden dann mal schnell gemeinsam mit der ganzen Familie, mit der Erfahrung der Älteren und der unbändigen Kraft der Jungen innerhalb von 1,5 Tagen die Beregnung für 3,5 ha Äpfel gebaut. Dieser Kraftakt hat sich gelohnt.

Frostschutzberegnung

Zum Schutz der Blüten vor Frostschäden machen sich die Obstbauern ein physikalisches Prinzip zu Nutze: Wenn Wasser gefriert, wird Erstarrungswärme frei. Wenn in Frostnächten also permanent ein feiner Sprühregen fällt und gefriert, bildet sich ein Eispanzer um die Blüte, in dem dann eine Temperatur knapp über 0 °C herrscht. Das Resultat sind geschützte Blüten.

Pro Stunde und Hektar werden so 38.000 Liter ausgebracht. Das Wasser dafür stammt aus der Elbe, das wir über Gräben in unsere Wasserrückhaltebecken pumpen. Von das aus wird es mit Regnern in den Höfen ausgebracht.

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Pilotprojekt „Hühner“

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Derzeit machen uns vor allem zwei Schadinsekten zu schaffen: die Apfelsägewespe und der Apfelwickler, im Volksmund auch Obstmade genannt. Die Apfelsägewespe sticht während der Apfelblüte in den Kelch der Blüte und legt ein Ei ab. Aus dem Ei entwickelt sich die Larve und ernährt sich von der wachsenden Frucht. Der Apfelwickler fliegt erst später und legt seine Eier auf der jungen Frucht ab. Die geschlüpften Larven fressen sich in den Apfel und ernähren sich ebenfalls von der wachsenden Frucht.

Das Schadbild ist nahezu identisch: ein Gang zwischen Schale und Kerngehäuse, darin die Larve und von außen sichtbar das Bohrloch mit Kotspuren. Im Spätsommer wandern die Larven aus den Äpfeln in den Boden und Ritzen am Stamm zum Überwintern. Im Frühjahr entwickeln sie sich zum Falter und der Kreislauf beginnt von neuem.

Hühner und Puten suchen in ihrer Umgebung gezielt Insekten, um ihren hohen Eiweißbedarf zu decken.

Sie scharren und picken. Damit erreichen sie Insekten in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien in der Erde, im Laub, im Fallobst oder am Stamm. Ob sie auch die Population von Schadinsekten senken können, versuchen drei der zehn Augustin-Obsthöfe in einem Pilotprojekt in Kooperation mit dem „Kompetenzzentrum ökologischer Landbau Niedersachsen“ herauszufinden.

Dafür sind auf dem Betrieb von Henning Quast (der freudig strahlende Obstbauer auf dem ersten Bild) im Frühjahr 221 Legehennen und vier Hähne eingezogen. Zurückziehen können sie sich in einem Mobilstall, der spätestens alle 14 Tage versetzt wird, sodass die Hühner immer zum Auftreten eines neuen Schädlings auf einer neuen Fläche arbeiten können. Die Flächen werden nach Vorjahresbefall ausgewählt und wissenschaftlich untersucht. Fundierte Ergebnisse erwarten wir erst in einem Jahr, aber schon jetzt konnte Henning beobachten, dass die Hühner sogar Mäuse erwischen, deren Leibspeise die Wurzeln der Apfel- und Birnenbäume sind und sie damit zum Absterben bringen. Vielversprechende Beobachtungen, die neugierig machen, wie hoch der Befall von Apfelsägewespe und Apfelwickler im kommenden Jahr ausfallen wird. Wer Hennings Erfahrungen verfolgen möchte, kann ihm auf Facebook folgen: facebook.com/appel.eier

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